Unsere Arbeit
Vertrauen wächst dort,
wo jemand bleibt.
In unserer familiären Wohngruppe finden junge Menschen feste Bezugspersonen, Sicherheit und die Chance auf einen neuen Anfang.
pädagogische Ziele & Betreuungsansatz
Unsere Arbeit richtet sich an Kinder und Jugendliche, deren Verbleib in der Familie belastend und auf Dauer nicht tragfähig ist. Im Rahmen der stationären Erziehungshilfe nach § 34 bieten wir ihnen einen geschützten Rahmen für ihre Entwicklung.
Wir begleiten Kinder und Jugendliche mit Vermeidungsstrategien und passiven Verhaltensmustern im Lern-, Leistungs- und Sozialbereich, psychosozialen Auffälligkeiten wie Ängsten oder Medienfixierung, introvertierten oder antisozialen Verhaltensmustern, Aufmerksamkeitsstörungen (ADS) sowie Schwierigkeiten in Konzentration und Achtsamkeit.
Wir betreuen Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren und nehmen bis zum vollendeten 16. Lebensjahr auf. Voraussetzung ist die Bereitschaft der Eltern, unsere erlebnispädagogischen und therapeutischen Maßnahmen mitzutragen. In der Regel findet ein Aufnahmegespräch mit Eltern, Jugendamt und dem Kind oder Jugendlichen statt – ein Probewohnen ist grundsätzlich möglich.
Im Mittelpunkt stehen soziale Kompetenz und eine realistische Selbst- und Fremdwahrnehmung, Verantwortungsübernahme für sich und andere sowie ein stabiles Selbstbild im Umgang mit Lob und Kritik. Dazu gehören Basisfertigkeiten für den Alltag, schulische Förderung bis zum Abschluss, gewaltfreies Verhalten in Konflikten und eine aktive, erlebnisreiche Freizeitgestaltung – orientiert am pädagogischen „Fit for Life“-Konzept.
Phasen der Betreuung
von der Aufnahme bis zur Verselbständigung
Aufnahme
- Es findet in der Regel immer ein Aufnahmegespräch statt.
- Abklärung der Bereitschaft der Eltern zur Zusammenarbeit
- Klare Definition der Betreuungs- und Erziehungsziele
- Abklärung der Erwartungen und Vorstellungen des Kindes/Jugendlichen
- Vorstellung und Besprechung der Gruppenregeln sowie des Tagesablaufs
- Planung der zukünftigen Beschulung
Eingewöhnungsphase
- Annäherung und „Anfreundung“ an die anderen Gruppenmitglieder
- Abbau der Berührungsängste zu den einzelnen Mitarbeitenden
- Beziehungsaufbau
- Diagnostik – Feststellen der persönlichen Verhaltensproblematik des Jugendlichen
- Zielfindung – an der Erreichung welcher Ziele soll ab jetzt gearbeitet werden?
Umsetzungsphase
- Umsetzung der definierten Ziele durch Einzelarbeit, Gruppenarbeit und erlebnispädagogische Maßnahmen, sowie durch die Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie
- Fortschreibung des Erziehungsplanes/Controlling
- Stärkung der positiven Verhaltensweisen und Fähigkeiten
- Stärkung des Selbstwertgefühls
- Stabilisierung und Transfer der erreichten Fortschritte
- langsamer Abbau von Betreuungsintensität und Kontrollfunktionen
Ablösungsphase
Wir bieten den Jugendlichen Unterstützung bei
- Berufsfindung und Arbeitsplatzsuche
- Rückführung in das Elternhaus
- Wohnungssuche und Auszug
- Nachbetreuung im neuen Umfeld
Übergangsbetreuung
Auch Jugendlichen, die der Wohngruppe entwachsen sind, aber dennoch einer intensiven sozialpädagogischen Betreuung bedürfen, bieten wir die Möglichkeit einer Übergangsbetreuung an.
Schutzkonzept
& Partizipation
Prävention & Fachlichkeit
Eine professionelle, von Empathie geprägte Grundhaltung sowie hohe Sensibilität für Nähe und Distanz sind zentraler Bestandteil unseres Qualitätsprofils. Unser Team wird im Umgang mit krisenhaften Verläufen geschult und begleitet.
Partizipation & Beschwerderecht
Die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen an der Gestaltung ihres Alltags ist uns wichtig. Über ein lebendiges Beschwerdewesen informieren wir sie über ihre Rechte und fördern gezielt ihre Beschwerdekompetenz.
Sorgfalt bei der Personalauswahl
Neben fachlicher Kompetenz achten wir bei jeder Einstellung auf die persönliche Eignung. Gemäß § 72a SGB VIII legen alle Mitarbeitenden ein erweitertes Führungszeugnis vor – bei uns alle fünf Jahre erneut.
Tiergestützte Pädagogik
Vertrauen erleben, Stärken entdecken
Tiere begegnen Kindern und Jugendlichen auf eine besondere Weise: unvoreingenommen, ehrlich und verlässlich. Sie bewerten nicht und stellen keine Erwartungen. Diese bedingungslose Beziehung kann gerade für junge Menschen eine wertvolle Erfahrung sein und ihnen helfen, Vertrauen aufzubauen und sich angenommen zu fühlen.
Mit Tieren lernen
In unserer Einrichtung ist die tiergestützte Pädagogik ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Besonders die Arbeit mit Pferden bietet vielfältige Möglichkeiten, neue Erfahrungen zu sammeln und eigene Fähigkeiten zu entdecken. Beim Pflegen, Füttern, Führen und Versorgen der Pferde lernen die Kinder und Jugendlichen, Verantwortung zu übernehmen und auf die Bedürfnisse eines anderen Lebewesens einzugehen. Auch Übungen am und mit dem Pferd fördern die Wahrnehmung, Konzentration, Kommunikation und das eigene Körpergefühl.
Dabei steht nicht die Leistung im Vordergrund. Es gibt keinen Leistungsdruck und kein „Müssen“. Die Kinder und Jugendlichen dürfen sich in ihrem eigenen Tempo auf die Tiere einlassen und erfahren, dass sie so angenommen werden, wie sie sind. Der Kontakt zum Tier schafft einen geschützten Raum, in dem sie zur Ruhe kommen, sich ausprobieren und positive Erfahrungen machen können.
Die Arbeit mit Tieren kann dabei helfen, Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit zu stärken, Ängste abzubauen und soziale und emotionale Fähigkeiten zu entwickeln. Ein Pferd reagiert unmittelbar auf Körpersprache, Stimmung und Verhalten. Dadurch erleben die Kinder und Jugendlichen, dass ihr eigenes Handeln etwas bewirken kann. Kleine Erfolge werden sichtbar und können Mut für weitere Schritte geben.
Die tiergestützte Pädagogik dient somit nicht nur der Beschäftigung mit Tieren. Sie bietet einen besonderen Zugang zu pädagogischen Zielen und unterstützt die Kinder und Jugendlichen dabei, Vertrauen zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen, eigene Stärken zu erkennen und positive Beziehungen zu erleben.
Mit Tieren lernen. Vertrauen erfahren. Stärken entdecken. Gemeinsam wachsen.
Fachliche Qualität
in Alltag und Teamarbeit
Team & fachlicher Austausch
Wöchentliche Teamsitzungen sichern den notwendigen Informationsfluss – bei Bedarf ergänzt durch externes Fachpersonal wie Lehrkräfte, Referent:innen oder Psychiater:innen. Betreuende, Pädagog:innen und Lehrkräfte stimmen ihr Vorgehen im interdisziplinären Team regelmäßig ab.
Supervision & Weiterbildung
Im Sinne der Qualitätssicherung findet in regelmäßigen Abständen eine von externer Fachkraft geleitete Supervision statt. Unsere Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen orientieren sich am aktuellen Angebot des freien Marktes.
Mitsprache im Alltag
In wöchentlichen Gruppengesprächen werden die Jugendlichen aktiv in die Gestaltung ihres Alltags einbezogen. Ergänzend dazu finden situationsbezogene und individuell gewünschte Einzelgespräche statt.
Rund um die Uhr
Tag und Nacht ist unsere Wohngruppe besetzt. Eine pädagogische Fachkraft gewährleistet so eine schnelle Unterstützung in schwierigen Situationen.
Vernetzung vor Ort
In Ochsenhausen befinden sich Gymnasium, Real-, Haupt- und Förderschule, im nahen Schönbürg eine Schule für Erziehungshilfe – die enge Zusammenarbeit mit allen am Hilfeprozess Beteiligten ist dadurch gegeben. Auch mit anderen Jugendhilfeeinrichtungen, Jugendämtern sowie Kinder- und Jugendpsychiater:innen arbeiten wir kontinuierlich zusammen.
Alltag, Freizeit & Integration
Kraftraum, Werkraum, Tischtennis und Tischfußball stehen direkt in der Wohngruppe zur Verfügung. Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen und Initiativen erhöht die Chance unserer Jugendlichen, sich gesellschaftlich zu integrieren.
Kontakt zu uns
Teilen Sie mit uns, falls Sie einen Termin vereinbaren möchten oder Fragen an uns haben. Wir sind gerne für Sie da.
Sarah & Manuel Lang
Helfen Sie mit!
Oft ist ein gemeinsamer Ausflug oder eine schöne Überraschung zum Geburtstag genau das, was unsere Jugendlichen bräuchten – denn nicht alles, was gut tut, ist im Tagessatz enthalten. Mit Ihrer Spende machen Sie das Leben unserer Jugendlichen bunter.